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Ein Therapiehund unterwegs

Tag: Toni (page 1 of 9)

Brief 163- neue Aufgabe

Hallo und frohes, neues Jahr,

 

bevor ich meine Zeit und überflüssige Energie mit zu vielen guten Vorsätzen verplempere,  habe ich mir lieber eine neue Aufgabe an Land gezogen.

Ich darf jetzt einmal pro Woche mit Sandra zu einer Schule für Kinder mit mentalen Defiziten fahren. Dort arbeiten wir!!! Mhm, ich kenne meine genaue Aufgabe noch nicht. Aber, so wie ich Sandra kenne, hat sie ihren Kopf schon total voll damit. Zur richtigen Zeit, wird sie mir dann schon sagen, was ich zu tun habe.

Ihr Kopf ist immer voll mit Ideen. Viele gute und manchmal auch echte Schnapsideen. Mal sehen, was wir dort an der Schule mit den Kids veranstalten.

Um die Kids auf meine Besuche vorzubereiten, habe ich meine beiden Plüschkumpels letzte Woche vorgeschickt. Jaaa, sie haben noch alle Ohren und Schwänze. Ich habe nichts abgekaut, Doppelschwör!!!!

Die Kids haben mit ihnen „vorsichtig Streicheln und anfassen“ geübt. Einer von den Plüschkumpeln läuft und bellt sogar. Das ist wichtig, damit die Kids verstehen, dass es „Plüschwesen“ gibt, die sich bewegen und Geräusche machen.

Hat laut Sandra gut geklappt. Ich hoffe, dass ich dann bald loslegen darf.

Das wird bestimmt supercool!!!

Bis bald

Toni

Brief 162- Guten Rutsch

Hallo,

gemein, gemein, gemein…Sandra behauptet, ich hätte in der Zeit, in der ich bei ihren Eltern Urlaub gemacht habe, zugenommen. Na toll, jetzt setzt sie mich auf Diät. Ich hätte Ähnlichkeit mit einem Kugelfisch. Nun übertreibt sie aber maßlos!!!

O.k., ein wenig dicker ist mein Popo schon geworden. Aber neues Jahr, gute Vorsätze. Ich specke etwas ab und höre auf zu betteln. Mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr stehe ich bestimmt nicht alleine da. Bestimmt hat fast jeder ein bis drölf gute Vorsätze für 2018. Mal sehen, wie viele davon wirklich umgesetzt werden.

Bevor das neue Jahr startet, denkt bitte daran, eure Tiere auf das Sylvester Spektakel vorzubereiten bzw. davor zu bewahren. Für die meisten von uns ist das nämlich echt gruselig.

Mein Kumpel Hannes hatte da einen top Tipp parat.

Euch allen einen guten Rutsch und ein tolles Jahr 2018.

 

Alles Gute wünschen Euch

Sandra und Toni

Brief 159- jobben für die Agentur

Hallo,

huihuihui, das war vielleicht aufregend…

Journo, Mina, Matze und ich waren mit Sandra Steinkamp und Marion von der Film- Hund- Agentur bei der Absolventen Messe in Köln. Ach so, auf einer Absolventenmesse stellen sich Firmen vor, die Jobs anbieten. Wir haben allerdings bereits Jobs. Zusätzlich zu unseren Haupttätigkeitsfeldern, jobben wir in der Agentur.

Darüber sind wir gebucht worden. Für zwei Tage waren wir für die Firma  Fressnapf am Start. Voll cool.

Angeblich haben wir unsere Sache sehr gut gemacht. Jeder auf seine besondere Art und Weise.

Mina ist total gut in „Lieber Hund, der friedlich Herumliegt und dabei supigut aussieht.“ Sie kann aber auch Kunststückchen, die sie bei Bedarf zeigt. Ansonsten ist sie eher der entspannte Typ und kann konzentriert in Menschenmengen arbeiten.

Journo kann ja ziemlich viele Tricks. Ganz besonders gut aber auch, Menschen an den unmöglichsten Orten aufstöbern. Er hatte recht schnell gecheckt, dass in der Riesenfrau ein echter Mensch steckt. Daher war er auch nichts so ängstlich, wie ich vor dem Ding. Aber mal ehrlich, sein Hauptjob ist ja auch Rettungshund. Also ein Vollprofi im Entdecken von Menschen. Sogar, wenn sie in einer Riesenfigur stecken.

Was er allerdings nicht geschnackelt hat, ist, dass in einem Riesenteddy auch ein Mensch steckte. Ich glaube er dachte es sei ein Stofftier und wollte es deshalb irgendwie apportieren. Nicht so einfach, wenn man selber ein Winzling ist und der Teddy mindestens so groß, wie ein Mammutbaum.

Es sah total witzig aus, wie der Hasenpups versucht hat, diesen Riesenteddy festzuhalten.

Ich habe das gemacht, was ich am besten kann… Sachen herumschlören, ein freundliches Gesicht machen und Lekkerchen einheimsen. Bremsklotzlike habe ich mich dem Durchgangsverkehr in den Weg gestellt und mich gefreut, wie Bolle, wenn einer angehalten hat. Viele haben meinen grandiosen Hüftschwung bewundert. Der Modelcoach Bruce Darnell wäre vor Stolz geplatzt.

Er sagt ja immer: „Da muss mehr Hüfte rein!!!“

Einem Interessenten habe ich erst einmal seine Zeitung gemopst, als er die Infowand studiert hat. Stellt euch vor, er hat mehr Interesse für die Infos über das Unternehmen Fressnapf gezeigt, als für uns Hunde. Geht ja wohl gar nicht, dass er uns nicht beachtet. Hat er dann aber, als seine Zeitung urplötzlich futsch war. Angeschlichen habe ich mich, und ratzifatzi im Vorbeigehen das Ding mitgenommen. Jaaa, gewusst wie, kompetentes Handeln war gefragt. Er war aber nicht böse, dass das Papier nach meinem Trickdiebstahl total vollgesabbert war.

Matze ist ziemlich gut. Da er zurzeit hauptberuflich bei einem Filmdreh mit dabei ist, war die Arbeit auf der Messe keine große Herausforderung für ihn. Das hat er auf einer Hundepobacke abgesessen.

Mein Ziel ist es, eine Rolle in einem Werbespot zu bekommen. Am besten für Wurst!!!

Die Arbeit für Fressnapf war aber auch super. Alle waren toll, professionell und  nett.

Bis bald

Toni

 

Brief 158- mit Archemed in Eritrea

Hallo,

während ich eine Woche bei Sandras Eltern verbracht habe, ist sie mal wieder zu einer spannenden Reise aufgebrochen. Eigentlich wäre ich sehr gerne dabei gewesen, aber sie meinte, 20 Stunden Reise im Zug und Flugzeug bis nach Eritrea wäre nichts für mich. Da stelle ich mir doch erst einmal die Frage, wo ist Eritrea überhaupt??? Habe mir den Atlas geschnappt und nachgesehen. Eritrea ist ein kleines Land in Afrika. Dort ist das Leben für die Menschen nicht so einfach, wie bei uns. Es gab  Kriege mit Äthiopien, dem Sudan und auch eine lange Dürrekatastrophe. Außerdem ist das politische System recht schwierig.

Sandra ist mit Archemed dorthin gereist. Das ist eine Organisation, die sich um Kinder in Eritrea kümmert. Zusammen mit Kinderärzten, Krankenschwestern und Pflegern, Handwerkern und Herzchirurgen war sie in der Hauptstadt Asmara. Im Orottahospital haben sie Kinder mit Herzfehlern operiert. Also, nicht Sandra hat operiert. Davon hat sie ja mal so gar keine Ahnung. Aber das angereiste Herz Team schon. Mit viel Fachkenntnis, Fürsorge und Geduld haben sich alle liebevoll um die kleinen Patienten gekümmert. Und das ist eine perfekte Kombi, finde ich. Die Bedingungen sind allerdings nicht so gut, wie hier bei uns. Manchmal fällt sogar während einer OP der Strom aus. Aber auch das wurde von den Beteiligten gemeistert. Zur Not hält halt einer eine Taschenlampe hoch.

Was ich irre finde, ist wie schnell sich die Kids von so einer OP erholen. Viele konnten schon nach 2 Tagen von der Op-Intensivstation zur Kinderstation verlegt werden. Die, die schon laufen konnten, sind einfach zu Fuß rübergegangen. Dafür wäre eine Tapferkeitsmedaille fällig gewesen. Gummibärchen waren ein gefeierter Ersatz.

Sandra hat sich dann in ein Baby von der Frühgeborenenstation verliebt. Auf der sogenannten Neo, werden die kleinen Minimäuse „aufgepäppelt“ und so gut es geht medizinisch versorgt. Ihre Mütter wohnen nebenan in einem Mütterhaus und kommen im 3Stundentakt auf die Station, um die Kinder zu versorgen. Die Mütter bekommen 3 Mal täglich eine Getreidesuppe, damit sie ausreichend Milch und Kraft für ihre Kinder haben. Dank der Geldspenden, die Sandra in Deutschland dafür bekommen hat, ist die Suppe jetzt bis Dezember 2018 bezahlt und gesichert. Schwester Elsa hat die Spende strahlend entgegen genommen und wird dafür sorgen, dass die Mütter weiterhin mit Suppe versorgt werden.

Um die Kinderintensiv im Orotta haben sich Maren und Marit gekümmert. Die Station läuft immer besser. Sogar, wenn die deutschen Helfer nicht mehr vor Ort sind. Und das ist doch das, was gewünscht ist. Komplett überflüssig wird das Team aber so bald nicht werden.

Insgesamt, sind die medizinischen Bedingungen nicht vergleichbar mit unseren. Oft fehlen ganz simple Medikamente oder andere Dinge, um Patienten zu behandeln und zu versorgen. Auf der Kinderintensiv gibt es noch nicht einmal fließendes Wasser!!! Deshalb musste für die Stationswäsche eine Waschmaschine her, in die Wasser per Hand gekippt wird. Diese ist mit vielen anderen Spenden im Container nach Eritrea geschickt worden.

Zusätzlich haben alle, die hingereist sind im Gepäck noch viele nützliche und schöne Dinge mitgeschleppt.

Sandra hat von vielen lieben Menschen Medikamente, Kinderkleidung und Gummibärchen bekommen. Als sie für die Reisegepackt hat, habe ich schon befürchtet, sie würde auswandern. So viele Sachen lagen bei uns herum. Ich war gespannt, wie ein Flitzebogen, wie sie das alles in zwei Gepäckstücken unterbringen würde. Hat aber geklappt. Mit einem Riesenkoffer und einem bis in die letzte Ecke vollgestopften Trekkingrucksack ist sie losgezogen. Und sie hat mir erzählt, dass die Schlepperei sich gelohnt hat. Die Kids haben sich über die Gummibärchen und Luftballons wie verrückt gefreut.

Auch die mit viel Liebe genähten Kleidungsstücke und der Lagerungssack haben ihren Platz gefunden. Sandra war auch total begeistert von der Gastfreundlichkeit in Eritrea. Selbst, die, die selber kaum etwas haben, möchten das noch mit einem teilen.  Und ohne einen Kaffee oder Tee getrunken zu haben, darf man nicht gehen. Der Kaffee wird in einer aufwendigen Zeremonie zubereitet und schmeckt laut Sandra ziemlich gut.

Spannend fand sie auch den Besuch auf dem Metallmarket. Hier wird alles, aber auch wirklich alles an Metall angeboten und verarbeitet. Überall hört man das Klong-Klong vom Schlagen auf Metall. Dort arbeiten allerdings auch Kinder, die ihren Eltern nach der Schule noch helfen. Oder, die eventuell gar nicht zur Schule gehen.

Außerdem wird dort Chili verarbeitet. Uns treibt das die Tränen im Vorbeigehen in die Augen. Die Frauen dort, sortieren und mahlen die getrockneten Schoten einfach so. Da sieht man mal wieder, was wir Europäer für Mimöschen sein können.

Alles in allem haben alle Helfer dort gute Arbeit geleistet und sind mit Spenden im Gepäck hin und mit vielen Eindrücken zurück gereist.

Wichtig ist die nachhaltige Hilfe vor Ort, und da gibt es immer noch einiges zu tun. Wenn euch die Projekte interessieren, schaut einfach auf der Homepage von Archemed nach.

Sandra überlegt jetzt schon, wann sie wieder hinfährt. Ohne mich natürlich!!! Aber dafür bleibe ich doch gerne zurück und vielleicht fällt mir auch noch etwas ein, wie ich von hier aus helfen kann. Ich könnte doch einfach mal Stofftiere sammeln?! Meine kann ich leider nicht spenden. Die haben keine Ohren und Schwänze mehr. Und die Spenden sollten schon heile sein. Kaputtes sollen die Kids auch nicht bekommen.

Bis Bald

Toni

 

 

Brief 157- im Pferdestall

Hallo,

 

Sandra kommt immer auf komische Ideen. Da meint sie doch tatsächlich, dass ich manchmal etwas aufgeregt sei. Und deshalb trainieren wir jetzt Tiefenentspannung in allen möglichen Lebenslagen. Woher sie das wohl hat?!

Egal, eigentlich ist es ganz witzig, weil ich dadurch viel Neues kennenlerne. Heute waren wir in einem Pferdestall. Da ich mir nicht sicher war, was da auf mich zukommt, habe ich vorsichtshalber unseren Vorratsschrank geplündert.  Also eher Sandras. Pferde stehen bekannter Weise voll auf Obst und Gemüse, ich ja eher nicht so. Daher habe ich bei meinen Leckerlis nicht das richtige Equipment gefunden.

Habe dann mal Äpfel, Birnen und Möhren in meine Packtasche gesteckt, diese geschultert und so sind wir dann losgezockelt.

Im Stall angekommen, stellte sich heraus, dass eher Sandra zwischen den Pferden Tiefenentspannung üben musste. O.k., ich gebe zu, zu Anfang war ich auch etwas ängstlich. Die sind doch gaaaanz schön groß. Mindestens 7 Meter Schulterhöhe. Ich habe grade einmal 63 cm. Laut der Pferdebesitzer habe ich mich vorbildlich benommen. An Susi bin ich auch mutig näher heran gerobbt. Ich persönlich glaube, Susi ist meine große Schwester. Wir haben die gleiche Farbe und sind beide tolle Superhelden.

Sandra sagt das sei totaler Quatsch. Es gäbe mindestens drei Beweise dafür, dass das nicht sein kann.

  • Susi hat Stehohren, ich Schlappohren
  • Susi äppelt, ich mache Haufen
  • Susi schnaubt, ich belle

Mhm, aber, wir haben die gleiche Farbe, 4 Beine, ich esse auch gerne Möhren und wir zwei machen uns super gerne dreckig!!! Nein, die Beweislage sei eindeutig!

Außerdem gelten Pferde als Transportmittel und dürfen große Äppelhaufen auf Wege machen und Hunde als Sache und ihre kleinen Haufen müssen weggeräumt werden. Und Pferde würden auch niemals getrocknete Pferdelunge o.ä. fressen. Ich doch auch nicht, nur Plüschohren und getrocknete Kaninchenohren.

Was mir echt nicht geheuer war, ist das Schnauben. Das hört sich zwar ziemlich cool an, aber da kommt ganz schön viel Luft raus. Damit könnte ich mir die Ohren trocken föhnen. „ Susi, dein Föhn bitte!!!“ Der Pferdeföhn heißt übrigens Nüstern.

Die Burschen im Stall sind besser in der Box geblieben. Ihr Besitzer meinte, es seien stramme Jungs und ich bekäme eventuell Angst, wenn sie anfangen mit den Hufen zu scharren. Aber hallo, ich bin auch ein strammer Bursche!!! Und ich bin ein mutiger Held… glaube ich….

Vielleicht lerne ich die beiden aber doch lieber ein anderes Mal näher kennen…

Für Susi und mich habe ich noch eine coole Idee. Ich werde ihr vorschlagen, dass wir uns beim Weihnachtsmann als Aushilfsrentiere bewerben. Da fällt kurz vor Weihnachten immer mal eins wegen Burnout oder Grippe aus. Bestimmt ist er froh, wenn er in dem Fall zwei fähige Aushilfen in petto hat. Cooler Plan, finde ich.

Tschüssi, ich muss sofort zu Susi und mit ihr Bewerbungen schreiben.

Toni

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