Mike-Leon war 5 Jahre alt, als wir mit der tiergestützten Arbeit begannen.

Aufgrund seines Krankheitsbildes waren seine motorischen Fähigkeiten begrenzt. Er konnte nicht sprechen und äußerte sich durch Lautieren. Ebenso hatte er Defizite sowohl in der optischen als auch in der akustischen Wahrnehmung und willkürlich gesteuerte Bewegungen zeigte er selten. Oft wirkte er in sich gekehrt, als habe er sich von der Umwelt abgeschottet. Seine Muskulatur war meistens sehr angespannt.

Allein die Anwesenheit von Hannes im gleichen Raum weckte Mike-Leons Aufmerksamkeit und seine hohe Muskelspannung ließ schlagartig nach.

Wir waren immer wieder begeistert, wie gut er während der Therapieeinheiten entspannte und durch gezieltes Lautieren Hannes animierte, näher an ihn heran zu kommen. Es war ergreifend, mit anzusehen wie Mike-Leon aufblühte und anfing über das ganze Gesicht zu strahlen, wenn er das Schnüffeln des Hundes an seinen Armen, Beinen oder am Rumpf spürte.

Ein schöner Erfolg war es, dass die Freude über die Therapieeinheit mit Hund und sein entspannter Zustand auch Stunden nach der Einheit noch erkennbar waren.

Mike-Leon ist im Frühjahr 2013 gestorben.

Mir hat die tiergestützte Arbeit mit Mike-Leon und Hannes eindrucksvoll gezeigt, dass es auf jeden Fall einen Versuch wert ist, zu testen, ob ein Kontakt zum Hund positive Auswirkungen auf einen Menschen hat. Auch dann, wenn es zunächst schwer vorstellbar ist, wie eine Therapiesituation gestaltet werden kann.

Sehr gerne denke ich an Mike-Leon und die Therapieeinheiten mit ihm und Hannes zurück.